Wie ist das mit dem Leid – warum lässt Gott Leid zu?

Das ist eine große Frage, die schon viele Menschen bewegt hat. Das ist aber auch eine Frage, die vielleicht je nach Fragesteller eine andere Antwort verlangt. Ein christliches Ehepaar, dessen Kind schwer krank ist, möchte vielleicht von Gott hören: „Ich bin da, ich habe alles im Griff!“. Ein philosophisch denkender Mensch sucht eine rationale Antwort für seinen Verstand. Und möglicherweise gibt es auch jemanden, der sich mit dieser Frage Gott einfach vom Leibe halten möchte. Er glaubt, solange noch irgendetwas am Glauben unklar sei, müsse er sich nicht mit den Erwartungen Gottes an das eigene Leben auseinander setzen.

Gerade bei persönlich erfahrenem Leid ist es oft besser, die Frage in einem Gespräch zu behandeln. Schreiben Sie uns gerne eine Mail, dann rufen wir an! Die folgende Antwort auf die Frage, warum lässt Gott Leid zu, kann dem Einzelfall nur eingeschränkt gerecht werden.

Wir Menschen lassen auch Leid zu.

Ich lasse es zu, dass ich mich verliebe, obwohl die Beziehung mir durchtelefonierte Nächte und immer wieder Abschiedsschmerz bescheren wird. Ein guter Vater wird seine erwachsene Tochter letztlich nicht hindern, eine Beziehung mit einem Menschen einzugehen, der möglicherweise für Leid in ihrer Ehe verantwortlich sein wird. Der Respekt vor der Persönlichkeit der Tochter lässt es nicht anders zu.  Aus dem gleichen Grund sperren wir drogenabhängige Menschen auch nicht einfach in geschlossene Anstalten – obwohl es medizinisch gesehen vermutlich besser für sie wäre. Wir lassen Leid zu!

Sagt die christliche Religion etwas über Leid?

Ein Blick in die Bibel zeigt, dass sie das Thema Leid nicht ausblendet. Mütter weinen um ihre getöteten Kinder, ein Mann verliert seinen besten Freund, Hiob lebt tadellos und muss erleben, dass ihm alles genommen wird. Ja, selbst Jesus wird beschimpft und am Ende sogar gekreuzigt. Auch in der Bibel wird die Frage nach dem Warum des Leids gestellt. So ist Leid für die Bibel keine plötzliche Überraschung, die Gott in Frage stellt, sondern ein wichtiges Lebensthema, auf das Gott als einziger eine Antwort hat.

Die Bibel berichtet, dass Gott die Erde mit allen Einzelheiten schuf, sie anschaute und dann urteilen konnte: „Es war alles sehr gut!“ Leid ist also nicht von Gott geschaffen. Die Schöpfung war vollkommen gut.

Erst die Versuchung des Teufels und der Ungehorsam von Adam und Eva bescheren der Erde das Unglück. Die sorglose Beziehung zu Gott zerbricht so wie die liebevolle Beziehung untereinander. Sorgen, Hass und Leid werden zu unliebsamen Begleitern der Schöpfung.

Könnte Gott Gründe dafür haben, dass er Leid zulässt?

Wenn wir über den Menschen nachdenken, ist Freiheit einer der wichtigsten Aspekte. Wir wollen unser Leben selbst bestimmen: wo wir wohnen, was wir arbeiten etc. Gerade wen oder was wir lieben, wollen wir frei wählen dürfen. In Gott ist natürlich auch diese Freiheit. Er musste die Menschen nicht als sein Ebenbild erschaffen, er wollte es in seiner Freiheit. Gott wünscht sich Menschen als Gegenüber, die sich an seiner Zuwendung erfreuen und ihn dann zurücklieben. Aber nicht aus Zwang, sondern von Herzen, aus Überzeugung. Gott wollte uns als freie Menschen.

So „musste“ Gott den Menschen die Freiheit schenken. Adam und Eva konnten wählen: Wollten sie in der Liebesbeziehung zu  Gott bleiben oder sich von Gott abwenden? Leider haben wir Menschen uns von Gott losgesagt. Alles Leid ist deshalb auch ein Hinweis auf bzw. eine Erinnerung an unsere Gottesferne, unabhängig davon, ob wir das Leid, das uns quält, selbst verursacht haben oder ob wir unverschuldet Opfer werden.

Gott will uns retten.

Die gute Nachricht der Bibel ist nun, dass Gott, obwohl die Menschen sich von ihm abgewandt haben, sich nicht von ihnen lossagt. Er hat Mit-Leid mit uns. Er will uns retten. Das Bild eines Gottes, der teilnahmslos vom Himmel herabschaut, wie Kinder gequält und Menschen umgebracht werden, hat mit dem Gott der Bibel nichts zu tun. Aber auch in der Rettung respektiert er unsere Freiheit.

Gott hat seinen Sohn Jesus als Mensch auf die Erde geschickt. Jesus hat hier mit den Menschen gelebt. Gott erfährt dadurch hautnah, wie es ist, verfolgt, geängstigt und verlassen zu sein. Doch Jesus geht noch einen Schritt weiter, indem er sich kreuzigen lässt. Die Bibel deutet das: „Er nahm auf sich unsere Last und er trug unsere Schuld.“ Das Leid, für das die Menschen letztlich verantwortlich sind, trägt Jesus, aus Liebe. An diese Liebe kann ich glauben, ich kann sie aber auch ignorieren.

Die Folgen? Jeder Mensch, dem seine Schuld vergeben ist, kann wieder aufrecht gehen. Zu jedem, der an Jesus glaubt, stellt Gott die Beziehung wieder her. Nun wird Leid aushaltbar, weil der Mensch nicht mehr allein ist. Nach seinem Tod wird jeder Christ bei Gott sein, dort ist alles Leid aufgehoben. Und schon hier mildert Gott vieles Leid ab. Er gibt Hoffnung im Sterben, er heilt Kranke, er versorgt Hungernde, er schenkt Weisheit für überforderte Politiker.

Warum lässt Gott Leid zu? Eine Antwort: Aus Liebe lässt Gott den Menschen die Freiheit, sich für oder gegen seine Liebe zu entscheiden. Und es gibt das feste Versprechen: Wer sich auf Gott einlässt, dem steht Gott in jeder Situation bei. Langfristig – in der Ewigkeit – wird Gott sogar alles Leid beseitigen!

Haben Sie Fragen zum christlichen Glauben? Vielleicht wäre ein Alpha-Kurs das Richtige! Hier sind alle Menschen eingeladen, die Grundlagen des christlichen Glaubens kennen zu lernen. In einer entspannten Atmosphäre können Sie ihre Fragen stellen und ins Gespräch kommen. Die Lukas-Gemeinde bietet in Berlin immer wieder solche Alpha-Kurse an.

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Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, einfach so mal in der Lukas-Gemeinde vorbei zu schauen – am besten Sonntags, um 10.00 Uhr, 12.00 Uhr oder 18.00 Uhr.

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